Lieben lernen - Lektion #1: Nächstenliebe

Ein Liebes-Hör-Kurs
Lieben ist so einfach - und gleichzeitig so schwer. Unsere heutige Lektion behandelt die Nächstenliebe. Hören oder lesen Sie, wie das ist mit der Liebe!

Wer etwas über die Nächstenliebe lernen will, kommt an einem besonderen Gleichnis nicht vorbei. Dieses Gleichnis ist so berühmt, es ist zum Sprichwort  geworden. Wenn wir sehen, dass jemand selbstlos jemand anderem hilft, sprechen wir vom "guten Samariter". Warum hat Jesus diese Geschichte erzählt? Wollte er vor allem dazu aufrufen nett zueinander zu sein? Einander zu helfen in der Not? Bestimmt spielt das auch eine Rolle, aber spannend wird es, wenn man sich anschaut, in welcher Situation Jesus die Geschichte vom barmherzigen Samariter erzählte:

Lukas 10,25-37

Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst«
Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.
Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?
Da antwortete Jesus und sprach:

Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen. Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber.
Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.

Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

Darum geht es also: Tu Gutes – und zwar dem, der die sozusagen vor die Füße fällt. Nächstenliebe – so lernen wir – gilt nicht denen, die ohnehin immer um mich sind. Nicht den Nachbarn, der Familie oder den Freunden. Zumindest nicht ausschließlich! Wenn Dir das Leben das Leid eines Menschen vor die Füße wirft, dann spielt es keine Rolle, wer das ist, woher er kommt, was er glaubt oder sonst etwas. Das ist dann Dein Nächster. Dem sollst Du helfen. So übst Du Nächstenliebe.

So ist das mit der Liebe.